Der philosophische Abend

Veranstaltungsreihe der Gesellschaft für angewandte Philosophie (GPH)

in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Baden-Baden

… jeden letzten Donnerstag des Monats ...

jeweils um 19:30 Uhr im

GARTENHAUS

der Stadtbibliothek Baden-Baden, Luisenstraße 34

Mitglieder, Schüler und Studenten frei, Gäste 5,- €

 
 


2016

JUNI

Donnerstag, 30. JUNI

um 19:30 Uhr im Gartenhaus, Stadtbibliothek Baden-Baden

Weltdeutung und Philosophie in den Werken

Umberto Ecos

Werner Dörge-Heller

(Karlsruhe)


Der am 19.2.2016 verstorbene Umberto Eco trat als Schriftsteller, Philosoph und Großmeister der Zeichen- und Medientheorie in die Öffentlichkeit. Durch seine Romane, z. B. Der Name der Rose oder Das Foucaultsche Pendel, wurde er weltberühmt. In seinen Werken verbindet er die scheinbaren Gegensätze von Rationalität und Phantasie, von Glauben und Skepsis, und setzt mit spielerischer Leichtigkeit Lesevergnügen und Kreativität frei. Sein Denkansatz stellt bewährte Deutungsmuster in Frage und kann uns neue Erkenntnisse vermitteln.

Mitglieder, Schüler und Studenten frei. Gäste € 5,–




JULI

Donnerstag, 28. JULI

um 19:30 Uhr im Gartenhaus, Stadtbibliothek Baden-Baden

Geo-Philosophie Europas –

Betrachtungen zu Carl`s Schmitts Der Nomos der Erde angesichts der aktuellen globalen

Flüchtlingskrise

Constantin Sperneac-Wolfer

(Baden-Baden, Mitglied der GPH)


Im Nomos der Erde erscheint Schmitt auf dem ersten Blick als Fürsprecher der alten Ordnung, des so genannten „jus publicum europeum", das die Weltgeschichte bis spät im 20. Jahrhundert geprägt hat. Gleichzeitig zeigt er – gegen alle politischen Romantizismen und alle neu-aufklärerischen Utopien, die den Traum vom Ende des Politischen oder von der allgemeinen Neutralität des Staates bzw. vom ewigen Frieden träumen – auch die Auflösung dieser Geschichte im allgemeinen philosophischen Nihilismus Europas. Die vielen Gesetze des Menschen seit der Antike würden für sich genommen keine Ordnung – und keine „Ortung“ – garantieren, wenn sie sich nicht vom göttlichen Nomos ableiten würden. Ihre wahre Wurzel aber ist diejenige, die sie an die kosmische Dike (Gerechtigkeit) bindet. So muss der Gehorsam gegenüber den Gesetzen der Stadt zugleich bedeuten, dass es die Götter (der Stadt) gibt: verschwindet dieser Glaube, so gibt es keinen Nomos. Nur die Überzeugung, dass es Götter gibt, kann uns davon überzeugen, dass die Gesetze eine wahre und unwandelbare Wurzel haben. Nimmt man die Götter weg, so verschwinden auch die Gesetze; Ànomos ist dann impius. Mitglieder, Schüler und Studenten frei. Gäste € 5,–




AUGUST

Donnerstag, 25. AUGUST

um 19:30 Uhr im Gartenhaus, Stadtbibliothek Baden-Baden

Was ist Ethik? Wozu benötigt der Mensch Ethik?

Thomas Ach

(Karlsruhe, Mitglied der GPH)


Ethik ist mehr als Moral, da sie sich mit moralischen Maßstäben beschäftigt, sie nach deren Begründbarkeit hinterfragt, bewertet und reflektiert und somit in der Tradition als Moralphilosophie gesehen wird. Bereits Aristoteles hat den Begriff Ethik als philosophische Disziplin eingeführt. Ethik ist das sittliche Verständnis und beschäftigt sich mit Voraussetzungen menschlichen Handelns und deren Bewertungen. Ethik gibt dem Menschen sittliche Gebote, die aber auch mit eigener reiner Urteilskraft (Kant) und mit geschultem Gewissen im Alltag praktiziert werden müssen. Daher benötigen normgebundene Regeln im alltäglichen Geschehen immer eine situationsbedingte sittliche Überprüfung nach dem Guten und dem Rechten. Kann jemand das Böse/Schlechte vernünftigerweise wollen? Es sei denn zu seinem Eigenennutz? Sokrates meinte einst … „Das Böse kann niemand um seiner selbst willen wollen, nur wenn er es für gut halte … und es dennoch böse ist.“ Sind die Vorstellungen von den alten Philosophen Sokrates, Aristoteles, Platon und Thomas von Aquin noch zeitgemäß? Der Vortrag versucht u. a. Verbindungen bis in die heutige Zeit aufzuzeigen und will Anreize für eine anschließende angeregte Diskussion schaffen.

Mitglieder, Schüler und Studenten frei. Gäste € 5,–




SEPTEMBER

Donnerstag, 29. SEPTEMBER

um 19:30 Uhr im Gartenhaus, Stadtbibliothek Baden-Baden

Ontologie als Begegnung –

von Martin Heidegger zu Emmanuel Levinas

Junges Philosophisches Forum VIII:

Lena-Johanna Herrmann und Jason King

(Studenten der HfG Karlsruhe)


1923 zog Emmanuel Levinas nach Straßburg. Es heißt, er sei wegen Husserl gekommen und habe Heidegger gefunden. Was er in Heidegger fand war der Begriff des In-der-Welt-Seins. Dieser beruht auf einer Ontologie, die die gesamte Geschichte der Metaphysik in Frage stellt. Ausgehend von Heidegger untersuchen wir, wie Levinas diese Ontologie verändert, um mit ihr das „Zwischen uns“ in der Begegnung mit dem „Anderen“ neu zu denken. Eine Thematik, die ebenso spannend, wie in der momentanen politischen Lage, relevant ist.

Mitglieder, Schüler und Studenten frei. Gäste € 5,–



OKTOBER

Donnerstag, 27. OKTOBER

um 19:30 Uhr im Gartenhaus, Stadtbibliothek Baden-Baden

Hugo Balls Begründung des Dadaismus

Hans Burkhard Schlichting

(Baden-Baden)


Hugo Ball hat 1916 in Zürich das „Cabaret Voltaire“ eingerichtet und 1917 eben dort gemeinsam mit Tristan Tzara die „Galerie Dada“ ins Leben gerufen. Begründet hat der pfälzische Kulturkritiker Ball diese beiden Akte im „ersten dadaistischen Manifest“ und seiner Rede über Kandinsky. Hans Burkhard Schlichting, der beides demnächst im Rahmen der Gesamtausgabe des Wallstein Verlages neu herausgeben wird, spricht über den philosophischen Gehalt dieser Texte und stellt sie in den Zusammenhang mit anderen aus einem reichen Oeuvre. Mitglieder, Schüler und Studenten frei. Gäste € 5,–




NOVEMBER

Donnerstag, 24. NOVEMBER

um 19:30 Uhr im Gartenhaus, Stadtbibliothek Baden-Baden

Vortrag zur Angewandten Philosophie

Prof. DDr. Bernhard Uhde

(Freiburg, wiss. Beirat der GPH)